,,Die Freiwilligenarbeit in Namibia war für mich die intensivste, spannendste und schönste Erfahrung, die ich bisher gemacht habe.”
Meine Zeit in Namibia
In meinem speziellen Fall absolvierte ich das Volunteering als Teil meines Bildungssemesters, da ich Lehrerin für Textiles Werken bin. Ich wollte handwerklich arbeiten, kombiniert mit einem sinnvollen Zweck und einem authentischen Einblick in die afrikanische Kultur. Meine Erwartungen wurden von dem Frauenprojekt in der Kunstwerkstatt in Namibia bei weitem übertroffen.
Mein Einstieg in die Kreativwerkstatt
Kauna, die Leiterin, begrüßte mich herzlich bei meinem Start ins Projekt. Anschließend gab sie mir eine kleine Tour durch den Betrieb mit allen Abteilungen: Töpferei, Glas-Recycling, Näherei und Batikfärberei. Zusätzlich gibt es ein Restaurant und einen Shop für Besucher. Ich konnte meine Arbeitsbereiche mitwählen und verbrachte schließlich zwei Wochen in der Batikfärberei und je eine Woche in der Töpferei und beim Glas-Recycling.
Meine Arbeit im Projekt
Bei der handwerklichen Arbeit lernte ich sehr viel und es machte mir große Freude. Bestimmt probiere ich etwas davon auch zu Hause mal aus. Ich war leider nur für vier Wochen im Projekt. Dennoch war ich als Volunteer in der Arbeit sehr willkommen. Möchte man eigene Ideen mit einbringen, sollte man jedoch mehr als vier Wochen vor Ort sein. Das Freiwilligenprojekt ist sehr gut organisiert, da es seit 25 Jahren besteht und die Frauen vor Ort absolute Expertinnen sind.
Die handgemachten Produkte verkauften sich im Laden und auf verschiedenen Märkten super. Daher kamen auch angemeldete Reisegruppen und interessierte Gäste in den Betrieb. Als ich schon länger vor Ort war, war ich gerne ein Tour-Guide für deutsche Besucher. Sie waren sehr interessiert und für mich war es eine schöne Abwechslung im Alltag. Ich empfehle daher Eigeninitiative zu zeigen, das wird sehr geschätzt.
Kommunikation auf unterschiedlichste Weise
Es ist sehr hilfreich, wenn man fließend Englisch sprechen und verstehen kann. So erfuhr ich leicht, was getan werden musste und führte interessante Gespräche mit den Frauen. Hierbei ist Feingefühl wichtig, denn das Gesprächsinteresse der Frauen ist sehr verschieden. Manche sind zurückhaltend, aber mit anderen tauschte ich mich über unsere Kulturen aus und sie stellten mir auch viele Fragen. Besonders spannend waren auch die Unterhaltungen mit den taubstummen Frauen. Aber mit Hilfe improvisierter Zeichensprache und schriftlichem Austausch erfuhr ich sehr viel.
Eindrücke auf der täglichen Fahrt zu meinem Projekt
Mein Tag im Volunteering startete mit der 20-minütigen Fahrt von der Unterkunft ins Projekt. Jedes Mal aufs Neue beeindruckte mich die Fahrt, da sie den Kulturwechsel zwischen dem eher reichen Stadtzentrum ins Township zu den Ärmsten zeigte. Auf den Fahrer Matthew war immer Verlass und er war sehr gesprächsfreudig. Von ihm lernte ich sehr viel über das Leben in den Slums, sowohl spannendes als auch trauriges.
Morgendliches Gebet
Ein festes Ritual war das gemeinsame Gebet vor Arbeitsbeginn im Nähraum aller Frauen. Das berührte mich jedes Mal tief und ich war dankbar, Teil der Community zu sein.
Eine andere Art zu leben
Je nach Abteilung waren unterschiedliche Fähigkeiten gefragt. Zum Beispiel körperlich anstrengend war das Färben der Batikstoffe. Hingegen beim Bearbeiten der ungebrannten Blumentöpfe war handwerkliches Geschick wichtig. Meiner Kreativität freien Lauf lassen, durfte ich beim Herstellen des Glasperlenschmucks. Die afrikanische Gelassenheit zu erfahren, war sehr bereichernd. Zwischendurch einfach einmal Pause einzulegen und die persönlichen Gespräche mit den Frauen waren selbstverständlich.
Mein Fazit
Die Freiwilligenarbeit in Namibia war für mich die intensivste, spannendste und schönste Erfahrung, die ich bisher gemacht habe. Mir werden die Arbeit mit den Frauen, die Wochenendausflüge in die atemberaubende Natur Namibias, die spektakulären Tiersafaris und der Austausch mit den anderen Volunteers immer in Erinnerung bleiben. Diese Reise war unglaublich bereichernd und ist unvergesslich.
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