Echten Umweltschutz erkennen Volunteering-Tipps von Isabel Dwinger | Teil 8 von 10

| 7. August 2017 | 0 Kommentare

Instandhaltung zu Gunsten der Natur und nicht der Tourismusbranche!

„Instandhaltung einer geschützten Insel im pazifischen Ozean“. Das klingt erst einmal sehr verlockend, dachte ich mir als ich 2010 für zwei Monate nach Costa Rica ging. Aber was genau heißt „Instandhaltung“? Die Pfade für Touristen pflegen, weiter ausbauen und noch mehr Naturraum zerstören? Den Strand vom Laub befreien, damit Touristen diesen perfekt vorfinden? Oder gar Souvenirs made in China entstauben, die auf der Insel verkauft werden? Im meinem Fall, ja. Wenngleich diese Arbeit auch Spaß gebracht hat und die Menschen auf dieser Insel, die dadurch einen Job hatten, wie eine zweite Familie für mich wurden, um echten Umweltschutz handelte es sich dabei nicht. Und das war ziemlich enttäuschend für mich.

Junge Menschen leisten Freiwilligenarbeit im Regenwald

Es ist zwar oft so, dass Naturschutzprojekte in einem Zusammenhang mit touristischen Angeboten wie zum Beispiel Öko-Lodges oder – wie im einleitenden Beispiel – allgemeine beliebte Tourismus-Destinationen in schöner Natur stehen. Das muss nicht immer schlecht sein. Aber es ist wichtig, dass der Umweltschutz dann trotzdem an erster Stelle steht und echt ist. Eine Ökolodge ist zum Beispiel nur bedingt öko, wenn sie sich mitten in der Wildnis befindet, wo es keine Kanalisation gibt, du aber dennoch Toiletten mit normaler Spülung vorfindest. Das ist meist der Fall, wenn den Gästen Abgeschiedenheit und Luxus zugleich geboten werden soll. Ebenfalls problematisch ist, wenn die Touristen für jeden Ausflug ein Dutzend Snacks zubereitet werden, die allesamt in Plastik verpackt sind. Das erlebte ich einmal in Ecuador mitten im Amazonas-Regenwald und hatte den inneren Konflikt, die Menschen, die in diesem selbst gegründeten Projekt lebten und arbeiten, darauf anzusprechen. Ich entschied mich dagegen, weil ich nicht die weiße Europäerin sein wollte, die mit erhobenem Zeigefinger ihr eigenes Projekt kritisiert. Ich weiß bis heute nicht, was besser ist, aber ggf. hätte ich es über eine diplomatische Weise versuchen können, um so zu mehr Umweltschutz  beizutragen.

Mein Tipp ist also auch hier wie immer eine gründliche Recherche. Über die Authentizität des Umweltschutzes, über die Zieldefinierung des Projektes und die Funktion der Volontäre. Was steht im Vordergrund? Die Natur oder die Touristen? Wer sich gut informiert, landet auch nicht in einem staubigen Souvenir-Shop.

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Isabel Dwinger

Über den Autor ()

Reisen? Das geht immer für Isabel Dwinger! Ob Work and Travel in Australien, Freiwilligenarbeit in Costa Rica, ein Praktikum in Spanien oder aber verschiedene Projekte wie die Bachelorarbeit in Ecuador oder eine Exkursion nach Madagaskar im Rahmen ihres Geographie-Studiums; in jeder Lebenssituation findet sie Wege ins Ausland. Darüber hinaus wirft sie auch gerne von zu Hause aus (kritische) Blicke auf derartige Aufenthalte und teilt ihre Erfahrungen am liebsten mit der Öffentlichkeit. Daher ist sie schon seit vielen Jahren Autorin für die Initiative Auslandszeit.

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