Ein Stück blauer Himmel für die Bedürftigen in Ecuador

| 8. Mai 2015 | 0 Kommentare
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Die Volontäre werden von den Kindern schnell ins Herz geschlossen

Beim Reisen kommen einem oft die besten Ideen, weil man Zeit hat, die Gedanken schweifen zu lassen. Vor 15 Jahren war die Schweizerin Monika Senn auf Reisen und wollte irgendwo auf ihrer Reise Freiwilligenarbeit leisten. „Ich fand aber nichts Adäquates für mich, bei dem ich ein gutes Gefühl hatte.“ Dann machte sie auf ihrer Reise Station in Otavalo/Ecuador, einer Stadt mit rund 50.000 Einwohnern, 110 Kilometer nördlich der Hauptstadt Quito, auf 2500 Meter Höhe gelegen. Dort kam sie mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt und eins kam zum anderen. In Otavalo wurde dringend eine Lehrerin gebraucht und da passte es bestens, dass Monika Senn diesen Beruf gelernt hatte. Fünf Monate hat sie dann dort fernab der Zivilisation unterrichtet, gewohnt hat sie während der Zeit bei einer Familie vor Ort. Vermisst hat sie nichts, im Gegenteil: „Ich hatte ein gute Gefühl und habe mich darüber gefreut, dass ich den Leuten mit meiner Arbeit weiter helfen konnte.“ Nach der ihrer Rückkehr wollte sie die Hilfe fortsetzen, zumal immer mehr Anfragen aus den umliegenden Dörfern Otavalos kamen und Senn in der Schweiz auch immer häufiger auf Interessierte stieß, die Freiwilligenarbeit leisten wollten. Die Idee zu Cielo Azul, zu Deutsch, blauer Himmel, war geboren.

Das war im Jahr 2000. Cielo Azul sollte eine unabhängige, politisch und konfessionell neutrale Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) sein, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Kinder und Familien in den Gemeinden von Ecuador (Südamerika) einsetzt. 2004 wurde daraus ein gemeinnütziger Verein, der als „Brückenbauer Menschen aus verschiedenen Kulturen“ vernetzen möchte.

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Die Freiwilligen unterstützen die Lehrkräfte in erster Linie beim Englisch-Unterricht

Mehr als 20 Projekte in 13 Jahren

Die Bilanz nach 13 Jahren: In mehr als 20 Gemeinden mit indigener Bevölkerung rund um Otavalo wurde diverse Projekte begonnen und umgesetzt. Eines davon ist das „Alte Brillen – Neues Leben“-Projekt, bei dem alte Brillen in der Schweiz gesammelt werden, die dann nach Ecuador zur Wiederverwertung geschickt werden, damit Menschen mit Sehschwäche, die sich keine eigene Brille leisten können, ein selbst bestimmtes Leben führen können. Seit 2008 unterstützt Cielo Azul das Projekt Chacras, den Landanbau in den Schulen rund um Otavalo. Zum einen soll damit die Versorgung mit frischen Produkten wie Obst und Gemüse verbessert und zum anderen das Miteinander gestärkt werden.

Volontäre unterstützen Lehrkräfte beim Englisch-Unterricht

Natürlich spielt auch der Schulunterricht weiter eine große Rolle bei Cielo Azul. Englisch ist beispielsweise fest im ecuadorianischen Lehrplan integriert, auf dem Land gibt es aber viel zu wenig Englischlehrer, um dies umzusetzen. Dort springen dann die Volontäre ein und unterstützen die Lehrkräfte bei der Arbeit. Eine andere wichtige Aufgabe ist die Pausenbetreuung. Da es in Ecuador keinen Sportunterricht gibt und die Klassenzimmer mit 40 bis 50 Kindern recht voll sind, haben die Kinder einen erhöhten Bewegungsdrang, den sie bestenfalls unter Anleitung in den Schulpausen auf den Spielplätzen ausleben können. Die Volontäre überlegen sich dafür bestimmte Übungen, die sie die Pausen integrieren können. Auch in die jährliche Weihnachtsaktion werden die freiwilligen Helfer mit eingebunden. Jedes Jahr planen sie ein besonderes Event wie eine Theaterstück, eine Singvorführung oder ein Spielwettbewerb vorbereitet. Natürlich darf der Nikolaus mit kleinen Geschenken wie Keksen, Früchten, Nüssen oder Schulmaterialien für die Kinder nicht fehlen.

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Weil es häufig keinen ausgewiesenen Sportunterricht gibt, wird dieser auf dem Schulhof in den Pausen praktiziert

Es geht um langfristige Hilfe zur Selbsthilfe

Für die 15 bis 18 Volontäre pro Jahr gibt es also einiges zu tun, wenn sie Cielo Azul unterstützen wollen. In der Regel kommen die Freiweilligen aus Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz, Spanien und England. Eine Altersbeschränkung nach oben gibt es bei der Bewerbung nicht, auch eine körperliche Behinderung ist kein Ausschlusskriterium. Bei allen Projekten geht es langfristig um die Hilfe zur Selbsthilfe. Aber so lange es um Otavalo herum Bedürftige gibt, wird Cielo Azul dort aktiv sein. „Wir entwickeln uns immer noch, der Prozess ist nie abgeschlossen“, erklärt daher auch Monika Senn, die Gründerin von Cielo Azul.

Alle, die an einem Volontäreinsatz interessiert sind, können sich mit der Präsidentin in Basel in Verbindung setzen, die E-Mail-Adresse lautet info@cieloazul.ch. Nach Klärung der Rahmenbedingungen und Erwartungen spricht sie alles Notwendige mit den Koordinatoren in Ecuador ab. Diese besuchen im Vorfeld eines jeden Volontäreinsatzes die jeweiligen Gemeinden, klären die Bedürfnisse der Schulen für den kommenden Einsatz ab. Weitere Informationen auf www.cieloazul.ch

Kategorie: Allgemein

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Über den Autor ()

Simone Zettier, hat an der TU Dortmund Journalistik und Amerikanistik studiert und mithilfe eines Tennisstipendiums ein Auslandssemester an der University of New Orleans/Louisiana eingelegt. Ihr Volontariat hat sie bei der "Glocke" (Oelde) absolviert und arbeitet seitdem als Freie Journalistin für diverse Portale, Magazine und Zeitungen. Ihre Schwerpunkte sind "Wege ins Ausland", studentische Themen, Sport sowie "Stars und Sternchen". Privat wird sie ständig von Fernweh angetrieben - ihr Vater war Seemann - und reist daher so viel wie möglich. Lieblingsland: Israel, Lieblingsstadt: Barcelona, Lieblingsort: Foz do Iguacu (Brasilien)

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