Hey, ich bin Kira aus Deutschland und lebe gerade auf einer kleinen Insel in der Karibik – und versuche jeden Tag ein Stück mehr, wirklich anzukommen und Teil des Lebens hier zu werden.
Im November habe ich an einem Klimaprogramm teilgenommen. Dabei ging es nicht nur um Themen wie Klimawandel und Landwirtschaft, sondern auch darum, das Land wirklich kennenzulernen – seine Kultur, seine Geschichte, die Natur und vor allem die Menschen.
Ein Blick hinter das Leben auf einer kleinen Karibikinsel
Jetzt bin ich im zweiten Teil des Programms: Wir leben für zwei Monate direkt in einer lokalen Gemeinde. Das bedeutet, wir sind mitten im Alltag der Menschen, die hier schon ihr ganzes Leben verbringen. Kein touristischer Blick von außen, sondern echtes Mitleben – mit allem, was dazugehört.
In den letzten Wochen habe ich viel darüber gelernt, wie das Leben hier wirklich aussieht. Vor allem durch die kleinen, alltäglichen Dinge: der Weg zur Schule, Gespräche am Straßenrand, gemeinsames Kochen oder einfach das Beobachten, wie ein Tag hier seinen Lauf nimmt. Und genau das macht diese Zeit so besonders – nicht die großen Ereignisse, sondern das Eintauchen in ein Leben, das so anders und gleichzeitig so selbstverständlich wirkt.
Wenn ich an meinen Lieblingspart denke, dann sind es ganz klar die Schulen, mit denen wir arbeiten – und vor allem die Kinder und Jugendlichen. Sie sind unglaublich offen, direkt und voller Energie, und genau diese Begegnungen bleiben im Kopf und im Herzen.
Unsere Arbeit dort bedeutet, Unterrichtseinheiten vorzubereiten und zu gestalten. Es geht um Themen wie Klimawandel, Landwirtschaft oder Ernährung. Wir überlegen uns viel, wie man Inhalte so vermittelt, dass sie nicht nur verstanden, sondern auch erlebt werden können. Oft sitzen wir lange daran, basteln, planen, verwerfen wieder Ideen – und fragen uns manchmal, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind.
Und dann kommt dieser Moment im Klassenzimmer: Wenn die Kinder uns sehen, auf uns zulaufen, lachen, High-Fives geben, umarmen und rufen „Du bist wieder da!“. Spätestens dann ist klar, warum man das alles macht.
Das Leben hier ist nicht immer einfach. Viele Herausforderungen sieht man nicht sofort, sondern erst, wenn man genauer hinschaut. Manche Familien leben mit wenig Einkommen, in einfachen Häusern oder unter Bedingungen, die durch Naturereignisse zusätzlich geprägt sind.
Und trotzdem wirkt vieles hier erstaunlich leicht im Umgang miteinander. Menschen helfen sich gegenseitig, kennen ihre Nachbarn, achten aufeinander. Gemeinschaft spielt eine große Rolle, genauso wie Dankbarkeit für das, was da ist.
Was mich besonders beeindruckt: Viele Menschen hier würden sich selbst wahrscheinlich nicht als „arm“ bezeichnen – weil ihr Blick auf das Leben ein anderer ist. Wenn man jeden Tag ans Meer gehen kann, ein Dach über dem Kopf hat und mit anderen verbunden ist, dann hat das für viele einen ganz eigenen Wert.
Diese Zeit hat mir vor allem eines gezeigt: Dankbarkeit.

Für das, was man hat – egal in welcher Form. Und vielleicht auch dafür, bewusster zu sehen, wie unterschiedlich Leben aussehen kann und wie viel man selbst daraus mitnehmen oder weitergeben kann.
Diese Insel begegnet einem mit Offenheit und Wärme. Und genau das macht es so leicht, sich ein Stück weit darauf einzulassen – und gleichzeitig so schwer, wieder ganz loszulassen.
Für alle die jetzt auch Lust bekommen haben und das Gleiche erleben möchten: Klimaschutz-Projekt in der Karibik
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