Freiwilligenarbeit & Weihnachten: Teil 1

| 17. Dezember 2014 | 1 Kommentar

Freiwilligenarbeit und WeihnachtenDie Adventszeit in Deutschland hat bereits begonnen und alle Straßen und Geschäfte glänzen wie gewohnt in weihnachtlicher Pracht. Vielleicht leistest du aber gerade Freiwilligenarbeit im Ausland und wirst dieses Jahr Weihnachten nicht „wie gewohnt“ verbringen. Wie wird eigentlich am anderen Ende der Welt Weihnachten gefeiert? Und in welchen Ländern wird überhaupt Weihnachten gefeiert? Plastikbäume als Weihnachtsbäume, keine Bescherung am 24. Dezember aber ein Weihnachtsfest bei 30°C. Das kann für den ein oder anderen schon ungewöhnlich sein. Wir haben für euch vier Länder in Afrika und Lateinamerika ausgewählt, in denen ihr nicht nur Freiwilligenarbeit im Ausland leisten könnt, sondern auch eine ganz besondere Weihnachtszeit miterlebt.

Und so wird Weihnachten gefeiert in…

…Ghana

Gerade im afrikanischen Land Ghana ist Weihnachten ein großes Fest, da im Land viele Christen leben. Hier werden alte Landeskulturen mit christlichen Bräuchen zur Weihnachtszeit gemischt. In der Adventszeit werden Freunde und Verwandte im Land besucht. Da Ghana ein sehr armes Land ist, sind viele Menschen zu Fuß oft tagelang unterwegs. Am Heiligen Abend aber darf keiner mehr unterwegs sein. Die eigenen Hütten werden dekoriert, das Fest findet aber im Freien unter der Sonne Afrikas statt. Weihnachten wird in Ghana am 25. Und 26. Dezember gefeiert. Am 25. Dezember besuchen die Familien gemeinsam die Messe (auch „Carols Festival“ genannt), die in Afrika mehrere Stunden dauern kann. Es wird viel gesungen und getanzt. Es ist ein wahres Fest des Lebens und die Menschen begrüßen sich mit „Afishapa“ (= Frohe Weihnachten). Am zweiten Weihnachtstag, in Ghana auch „Boxing Day“, geht es dann um das Schenken. Aufgrund der sehr bescheidenen Möglichkeiten beschränkt sich das Schenken oft auf das Teilen von Essen mit Familie und Nachbarn. Selbst arme Familien bereiten an diesem Tag ein Festmahl zu. Es gibt Reis, Ziegen- oder Hühnerfleisch und viele Früchte. Fufu ist das typische Weihnachtsessen in Ghana, ein Eintopf mit Gemüse und Fleisch.

…Mexiko

In Mexiko beginnt die Weihnachtszeit mit den „Posadas“ am 16. Dezember. Das sind neun Abende, die für die Schwangerschaft Marias und die Herbergssuche mit Josef stehen. Als traditioneller Schmuck in Mexiko gilt der Nochebuena (Weihnachtsstern). Ansonsten ist in größeren Städten der US-Einfluss spürbar: Santa Claus und üppige Weihnachtsbeleuchtungen sind in den Straßen zu sehen. Die vorweihnachtlichen Tage werden bereits mit Familie und Freunden gefeiert. Typisch hierbei ist die Pinata. Das ist eine bunte Figur aus Pappmaché, die mit Süßigkeiten, Früchten und kleinem Spielzeug gefüllt ist. Kinder und Erwachsene schlagen mit einem Stock darauf, bis die Füllung heraus fällt. So versüßen sich die Menschen in Mexiko die Tage vor Weihnachten. Einen Adventskalender für Kinder gibt es nämlich nicht. An Heiligabend ist dann die neunte Posada. Dieser Tag läuft ähnlich wie in Deutschland ab. Die Familien gehen in die Kirchen, danach gibt es ein gemeinsames Abendessen und die Bescherung. In Mexiko wird auch der Tag der Heiligen drei Könige (Reyes Magos oder Santos Reyes) am 6. Januar noch groß gefeiert.

…Argentinien

In Argentinien und vielen anderen südamerikanischen Ländern wird Weihnachten fast wie in Deutschland gefeiert. Der größte Unterschied: Nach echten Schneemännern sucht man vergeblich, dafür kann man aber Weihnachten in Badehose oder Bikini feiern. Die Weihnachtszeit ist gleichzeitig auch Sommerzeit in Argentinien und die Temperaturen steigen oft über 30°C. In Argentinien gibt es einen festgelegten Tag, um den Weihnachtsbaum zu schmücken. Das ist der achte Dezember, in Argentinien der Tag der Jungfrau. Da es in Argentinien auch kaum Nadelbäume gibt, werden meistens Plastikbäume verwendet. Auch Adventskalender für Kinder oder Adventskränze sind in dem Land unbekannt. Typisch für die Weihnachtszeit ist das Gebäck pan dulce, was ähnlich unserem Christstollen ist. An Heiligabend, den 24. Dezember, gibt es keine Weihnachtsgans, sondern das gute argentinische Fleisch asado. Pünktlich zu Mitternacht bringt Papa Noel (Christkind) die Geschenke. In der Nacht auf den 25. Dezember gibt es vielerorts Feuerwerke und die Menschen entzünden bunte Ballons und lassen sie in die Lüfte steigen. Im Vergleich zu den anderen Ländern, ist der 26. Dezember jedoch schon wieder ein normaler Arbeitstag in Argentinien.

…Südafrika Freiwilligenarbeit & Weihnachten in Südafrika

In Südafrika gibt es eine Vielzahl an europäischen Weihnachtsbräuchen. Weihnachtsbäume gibt es überall, wobei diese in Südafrika vielmehr aus Affenbrot- und Baobab-Bäumen oder Plastik- und Drahtbäumen bestehen. Auch der Weihnachtsmann ist hier bekannt. Dieser kommt bei hochsommerlichen Temperaturen jedoch ganz schön ins Schwitzen. Für die Südafrikaner darf natürlich ein Festessen an Weinachten nicht fehlen. Das wird aber nicht immer in den eigenen vier Wänden mit der Familie verzehrt. Oft gibt es auch ein großes Barbecue am Strand mit allen Verwandten und Freunden. Aber Südafrika hat auch viele andere Kulturen. Bei den Zulus und den Xhosas schlachtet der Dorfchef am 24. Dezember einen Ochsen oder ein Schaf. Das Tier wird von den Frauen zubereitet und die Kinder gehen, wie an Halloween, von Tür zu Tür und bitten um Süßigkeiten. Am 25. Dezember ist das eigentliche Fest. Das ganze Dorf feiert zusammen und jeder bringt Salat oder Milli-Pap (Maisbrei) mit. In der Kultur der Cape Malay steht im Dezember Frühjahrsputz auf dem Programm. Das Haus bekommt innen und außen einen neuen Anstrich und es werden Vorhänge, neue Kleidung und Bettbezüge neu gekauft. Am 24. Dezember besuchen die Familien die Kirche. Erst danach wird der Weihnachtsbaum geschmückt. Die Geschenke und das Festmahl gibt es dann am 25. Dezember.

Was wir feststellen: Es gibt schon einige Unterschiede beim Weihnachten feiern in fernen Ländern. Der Besuch der Kirche und ein üppiges Festmahl gibt es jedoch immer. Was aber auffällt ist, dass wir in Deutschland eigentlich zu früh dran sind. Die meisten Länder feiern Weihnachten mit Essen und Bescherung erst am 25. Dezember.

Im zweiten Teil werfen wir einen Blick auf die asiatischen Länder und berichten euch, wie dort Weihnachten gefeiert wird. Außerdem erfahrt ihr, wo auf der Welt gar kein Weihnachten gefeiert wird.

Du willst auch mal Weihnachten in einem Freiwilligenprojekt erleben?

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Habt ihr schon einmal Weihnachten im Ausland gefeiert? Konntet ihr ungewohnte Bräuche miterleben? Lasst uns doch einmal wissen, welche Erfahrungen ihr an Weihnachten in einem fernen Land gemacht habt! Nutzt dafür einfach unten das Kommentarfeld!

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Kategorie: Freiwilligenarbeit-Reiseziele, Volunteer-Specials

Über den Autor ()

Fasziniert von fernen Ländern und fremden Kulturen war Larissa schon immer. Bereits mit 16 reiste sie 2007 für ein Jahr nach Columbus, Mississippi, lebte dort in einer Gastfamilie und besuchte eine amerikanische High School. Seitdem sind längere Auslandsaufenthalte nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken. Immer wieder gerne fliegt sie in die USA, um ihre „zweite Familie“ zu besuchen. Um ihr Hobby zum Beruf zu machen, studierte Larissa Catering, Tourismus und Hospitality Services und verbrachte ein Erasmus Auslandssemester bei einem Reiseveranstalter in London. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete Larissa in der Sommersaison 2014 als Kinderbetreuerin in Italien, Südfrankreich und auf Menorca. Auch ihre Freizeit gestaltet sie gerne bunt und möglichst aktiv: Larissa ist seit ihrer Kindheit begeisterte Reiterin, geht gerne mit Freunden Klettern oder Salsa tanzen und auch ihre Spiegelreflexkamera ist meistens ihr treuer Begleiter. Nebenher arbeitet sie gerade an ihrem Spanisch um fit für den nächsten Auslandsaufenthalt zu werden. Möglichst bald soll es nämlich nach Lateinamerika gehen, um dort Freiwilligenarbeit zu leisten.

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