Freiwilligendienst in Brasilien Sozialprojekt mit Kindern in Santarém

| 4. März 2015 | 0 Kommentare

Freiwilligendienst in einem sozialen Projekt in BrasilienEin Freiwilligendienst in einem sozialen Projekt in Brasilien – das ist mit dem Verein SEARA e.V. möglich! Unter dem Motto „Zukunft für Kinder“ unterstützt der Verein seit vielen Jahren eine Einrichtung in Santarém in Brasilien. Vor Ort wurde einst eine Kindertagesstätte für unter- und mangelernährte Kleinkinder errichtet, heute haben sich daraus auch Projekte für Schulkinder und Jugendliche und deren Eltern entwickelt. In Verbindung mit dem weltwärts-Freiwilligendienst haben engagierte, junge Menschen die Möglichkeit, für ein Jahr in der sozialen Einrichtung in Brasilien mitzuarbeiten. In einem Interview mit Gabi Herr, der Freiwilligenbeauftragten von SEARA e.V., konnten wir viel über die Geschichte von SEARA und den Ablauf des Freiwilligendienstes erfahren:

Die Geschichte von SEARA

Die Kindertagesstätte in Santarém in Brasilien mit dem Namen SEARA wurde 1979 von der Kinderärztin Dr. Clara Brandão gegründet, als sie durch ihre Forschungen vor Ort feststellte, dass es im Amazonasgebiet eine große Zahl an unter- und mangelernährter Kinder gibt. Ziel sollte es sein, die Unterernährung der Kinder mit Hilfe einer vollwertigen Ernährung zu beseitigen. Auch die Eltern wurden über eine gesunde Ernährung, auf Basis der lokalen Gemüse- und Obstsorten informiert. So entwickelte sich SEARA zu einer in der Region einzigartigen Einrichtung. Als Dr. Clara Brandão 1987 die Stadt Santarém jedoch wieder verließ, wurde es für nur eine Erzieherin vor Ort und ohne jegliche Fördermittel immer schwieriger, das Projekt aufrecht zu erhalten. Erst als das Konzept SEARAs bei den beiden Sozialarbeitern Michaela und Rainer Neubauer auf große Begeisterung stieß, ging es für SEARA wieder aufwärts. Zurück in Deutschland, entschlossen sie sich, die Einrichtung mit Spenden zu unterstützen. Mit der Gründung des Fördervereins SEARA e.V. im Jahr 1990 konnte damit die Schließung der Tagesstätte verhindert werden.

Freiwilligendienst bei SEARA in BrasilienHeutiges Engagement

Heute hat sich diese Einrichtung von einer reinen Kindertagesstätte für unter- und mangelernährte Kinder zu einer Einrichtung zur Betreuung von Kleinkindern, zur Förderung von Schulkindern und Jugendlichen und zur Hilfestellung für die gesamte Familie aus ärmsten Verhältnissen entwickelt. Der Verein SEARA e.V. „Zukunft für Kinder“ in Deutschland unterstützt nun diese Einrichtung in Brasilien mit Spenden und informiert über ihre Tätigkeiten durch Vorträge an Schulen, um auch in Deutschland ein Bewusstsein für die Lage in Brasilien zu schaffen. Seit 15 Jahren entsendet SEARA e.V. auch junge, engagierte Menschen für jeweils ein Jahr als Freiwillige in die Einrichtung nach Brasilien.

Freiwilligendienst in einer sozialen Einrichtung in Brasilien

Interessierte junge Menschen können über SEARA e.V. einen weltwärts-Freiwilligendienst in Santarém in Brasilien leisten. Angeboten werden jährlich drei weltwärts-Stellen, die im September, November und im darauf folgenden Februar starten. Die Einsatzdauer beträgt immer 12 Monate.

Freiwilligendienst in einer Tagesstätte für Kinder in BrasilienAls Freiwilliger kann man im Projekt SEARA entweder in der Kindertagesstätte mit 140 Kleinkindern, im Schulkinderprojekt mit Kindern von 6-12 Jahren oder aber in einem Jugendprojekt mitarbeiten. Die Kindertagesstätte ist das Herzstück des Projektes und dient zur gesundheitlichen und pädagogischen Betreuung von Kleinkindern zwischen eins und fünf Jahren. Im Schulkinderprojekt erhalten etwa 60 Kinder nach der Schule Unterstützung bei ihren Hausaufgaben und werden bei Freizeitaktivitäten betreut. Und die Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren sollen motiviert werden, ihre Schulausbildung erfolgreich zu absolvieren. Sie werden auf ein Studium oder eine Berufsausbildung vorbereitet. Außerdem gibt es auch noch eine Familienbildungsstätte, in der die Familien der Kinder und Jugendlichen begleitet und Berufsbildungskurse durchgeführt sowie handwerkliche Fertigkeiten vermittelt werden, sowie eine eigene Bäckerei und einen großen Gemüsegarten. Als weltwärts-Freiwilliger kannst du dich in alle diese Bereiche einbringen. In einer Eingewöhnungszeit lernt man zunächst alles kennen und wird dann, je nach Interessen und Bedarf, eingesetzt, um das brasilianische Team bestmöglich zu unterstützen.

Weltwärts-Freiwilligendienst – was bedeutet das?

Ein weltwärts-Freiwilligendienst wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Damit entstehen den Teilnehmern nur sehr wenige Kosten, wie die Beschaffung der Dokumente für das Visum, ggf. Impfkosten und alle privaten Kosten für Freizeit und Reisen. Alle weiteren Kosten wie die pädagogische Begleitung, Flug, Versicherungen, Unterkunft und Verpflegung, werden übernommen. Der weltwärts-Freiwilligendienst zeichnet sich außerdem durch ein intensives pädagogisches Begleitprogramm aus. Vor der Abreise müssen alle Teilnehmer ein 10-täggiges Vorbereitungsseminar absolvieren. Während deiner Zeit im Projekte gibt es nach etwa der Hälfte des Aufenthaltes ein mehrtägiges Zwischenseminar zum Austauschen und Reflektieren. Auch nach der Rückkehr wird das Erlebte während einem intensiven Rückkehrertag sowie einem 5-tägigen externen Rückkehrerseminar nochmals gemeinsam mit anderen ehemaligen Freiwilligen besprochen.

Die Zeit als Freiwilliger vor Ort…

Freiwilligendienst in einem Projekt mit Schulkindern in Brasilien…Unterkunft

Alle Freiwilligen leben zusammen in einem landestypischen Haus mit Garten in der Nähe der Einrichtung. Das Haus ist recht groß mit drei Zimmern, einem Duschbad, einer Wohnküche und einem Gemeinschaftsraum. Hier kann man sich am Wochenende und in der Freizeit gut selbst versorgen. Während der Dienstzeiten nimmst du als Freiwilliger an den Mahlzeiten im Projekt teil.

…Arbeitsalltag und Freizeitgestaltung

In dem Projekt arbeitet man Vollzeit mit, d.h. 40 Stunden in der Woche. Dies kann in unterschiedliche Schichten nach Bedarf und Absprache eingeteilt werden. Auch ein gelegentlicher Einsatz am Wochenende ist möglich. Während des Freiwilligendienstes stehen einem außerdem vier Wochen Urlaub zu. Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht. Jeder Tag bringt neue Abläufe und Herausforderungen mit sich und ist gefüllt mit den unterschiedlichsten Arbeiten und Einsätzen. Eigene Ideen sind immer herzlich willkommen und können gerne mit eingebracht werden.
Der Abend und die Wochenenden dienen in der Regel der eigenen Freizeitgestaltung der Freiwilligen. Die Region um Santarém bietet beispielsweise schöne Ausflüge in den Regenwald oder an Strände und auch kulturelle Feste gibt es viele. In der Großstadt Santarém (350 000 Einwohner) gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Es gibt im Umreis drei Universitäten, wodurch man auch leicht Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen kann. Aber auch die Mitarbeiter und einige Familien sind immer offen für Unternehmungen.

Herausforderung Brasilien – worauf man sich einstellen sollte

Freiwilligendienst in Brasilien - Unterstützung von sozial benachteiligten KindernIn Santarém ticken die Uhren anders. Bedingt durch die hohen Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit verläuft alles viel gemächlicher als hier bei uns in Deutschland. Geduld ist also eine der wichtigsten Tugenden. Es wird alles erledigt, aber wann genau ist eine andere Frage. Auch die Ernährungsumstellung kann zunächst anstrengend sein. Grundlage der Ernährung sind Bohnen, Reis, Fleisch und Fisch. Gemüse und Obst gibt es zwar reichlich in Brasilien, werden aber selten in die Ernährung mit eingebunden. Außerdem sollte man sich darauf einstellen, ab und an auf Insekten und Kriechtiere zu treffen, die aber in der Regel harmlos sind. Über Krankheiten brauch man sich keine Sorgen zu machen, die gesundheitliche Betreuung vor Ort ist in jedem Fall gewährleistet. Viel wichtiger ist ein gutes Maß an Unvoreingenommenheit, Offenheit, Neugier und ein bisschen Abenteuerlust.

Interessiert? – Voraussetzungen und Bewerbung

Um an einem weltwärts-Freiwilligendienst teilnehmen zu können, musst du folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Abgeschlossene Schulausbildung (Abi) oder
  • Abgeschlossene Berufsausbildung möglichst in einem projektnahen Ausbildungsberuf oder
  • Abgeschlossenes Bachelor- / Masterstudium, möglichst auch in einem projektnahen Berufsfeld
  • Zwischen 18 und 28 Jahre zu Beginn des Freiwilligendienstes
  • Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen
  • Psychisch und physisch gesund
  • Offen, engagiert, teamfähig, belastbar und ein bisschen abenteuerlustig

Freiwilligendienst in einem sozialen Projekt in BrasilienBewerber, die sich mit einem Abiturabschluss bewerben, müssen wegen des Visumserwerbs eine „Ausbildung“ zum Übungs- oder Gruppenleiter im sportlichen, sozialen oder musikalischen Bereich mitbringen oder aber eine entsprechende Bescheinigung vorweisen können. Außerdem ist es für die Mitarbeit im Projekt unbedingt erforderlich, die portugiesische Landessprache zu erwerben. Einfache Sprachkenntnisse sollten daher bei Dienstbeginn bereits vorhanden sein und man muss die Bereitschaft mitbringen, diese weiter auszubauen. Auch vor dem Einsatz solltest du bereit sein, dich für das Projekt zu engagieren.

Jetzt bewerben!

Wenn du das alles mitbringst, kannst du dich schriftlich, entweder postalisch oder per Email bei SEARA e.V. bewerben. Genauere Informationen zu Bewerbungsunterlagen und –anschrift findest du hier auf der Website von SEARA e.V. . Für einen Freiwilligendienst ab September 2015 bzw. Februar 2016 kannst du dich noch bis zum 15. März 2015 bewerben. Danach findet dann ein Bewerberseminar zum persönlichen Kennenlernen statt.

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Kategorie: Allgemein

Über den Autor ()

Fasziniert von fernen Ländern und fremden Kulturen war Larissa schon immer. Bereits mit 16 reiste sie 2007 für ein Jahr nach Columbus, Mississippi, lebte dort in einer Gastfamilie und besuchte eine amerikanische High School. Seitdem sind längere Auslandsaufenthalte nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken. Immer wieder gerne fliegt sie in die USA, um ihre „zweite Familie“ zu besuchen. Um ihr Hobby zum Beruf zu machen, studierte Larissa Catering, Tourismus und Hospitality Services und verbrachte ein Erasmus Auslandssemester bei einem Reiseveranstalter in London. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete Larissa in der Sommersaison 2014 als Kinderbetreuerin in Italien, Südfrankreich und auf Menorca. Auch ihre Freizeit gestaltet sie gerne bunt und möglichst aktiv: Larissa ist seit ihrer Kindheit begeisterte Reiterin, geht gerne mit Freunden Klettern oder Salsa tanzen und auch ihre Spiegelreflexkamera ist meistens ihr treuer Begleiter. Nebenher arbeitet sie gerade an ihrem Spanisch um fit für den nächsten Auslandsaufenthalt zu werden. Möglichst bald soll es nämlich nach Lateinamerika gehen, um dort Freiwilligenarbeit zu leisten.

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