“Die fünfeinhalb Wochen im Okavango-Delta in Botswana waren für mich die inspirierendste
Zeit meines Lebens.”

Praktische Forschungsarbeit im Nationalpark mit Fokus auf Monitoring, Datenanalyse und aktiven Naturschutz
Während der Field Guide-Grundausbildung im Kwapa Camp habe ich
jeden Tag Neues über das Leben im Busch, die Tiere und Pflanzen gelernt. Das Faszinierende
an der Natur war für mich, dass man selbst auf derselben Strecke immer wieder neue Dinge
entdeckt. Es wird nie langweilig und man lernt nie aus. Je mehr ich lernen durfte, desto mehr
wurde mir bewusst, wie alles zusammenhängt und wie viel es noch zu entdecken gibt.
Unsere Tage begannen bereits um 04:45 Uhr, noch vor Sonnenaufgang. Schon bald kannte
ich die verschiedenen Vogelstimmen so gut, dass ich wusste, wann es Zeit war aufzustehen.
Danach ging es auf Morning Activities – entweder Game Drives oder Walking Safaris
inklusive Busch-Frühstück. Besonders schön war für mich, dass wir uns für
Tierbeobachtungen so viel Zeit nehmen konnten, wie wir wollten. Dadurch konnten wir
richtig in die Natur eintauchen und Tiere lange und ungestört beobachten.
Neben den klassischen Tiersichtungen haben wir unglaublich viel über die Wildnis gelernt.
Im Theorieunterricht beschäftigten wir uns mit Geologie, Astronomie, Klima, Wetter sowie
Pflanzen und Tieren. Draußen im Busch analysierten wir Spuren, lernten Vogelstimmen zu
erkennen und beschäftigten uns intensiv mit Gräsern, Blumen, Pilzen und Bäumen. Mit der
Zeit konnten wir viele Tiere allein anhand ihrer Calls identifizieren. Ich fühlte mich wieder
wie ein kleines Kind, das täglich Neues entdeckt, lernt und nicht mehr aus dem Staunen
rauskommt.
Besonders beeindruckend waren die Walking Safaris und Night Drives. Nachts begegneten
wir Buschbabys, afrikanischen Wildkatzen, Schakalen, Honigdachsen, Stachelschweinen,
Chamäleons und sogar Schlangen. Ich werde nie vergessen, wie wir mitten in der Wildnis
anhielten, auf das Autodach kletterten und einfach schweigend den Sternenhimmel
betrachteten. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke.
Natürlich gab es auch unvergessliche Tierbegegnungen: eine Leoparden-Mutter mit ihrem
Jungen auf einem Baumstamm, ein Rudel afrikanischer Wildhunde, Elefantenherden beim
Frühstück im Busch, Löwen direkt neben unserem Lagerfeuer oder Hyänen, an die wir uns zu
Fuß heranschlichen. Besonders faszinierend war für mich aber auch, wie wichtig die kleinen
Dinge in der Natur sind. Einer der magischsten Momente war die Begegnung mit einer
weißen Spinnenlilie, die nur für eine einzige Nacht blüht – genau in dem Moment, als wir
dort waren.

Neben der Natur waren es vor allem die Menschen, die diese Reise so besonders gemacht
haben. Unsere Gruppe war unglaublich bunt gemischt und wir sind in kurzer Zeit wie eine
kleine Familie zusammengewachsen. Wir haben gemeinsam gelernt, gelacht, gekocht und
unvergessliche Momente geteilt. Am Ende sind es doch immer die Begegnungen mit
anderen Menschen, die eine Reise zu einem Erlebnis machen.
Nach der Ausbildung verbrachte ich noch einige Tage im Camp Okavango mit Mokoro-
Fahrten, Boots- und Walking Safaris sowie anschließend fünf Tage auf Zeltsafari rund um
Moremi. Besonders die Zeit mit unserem Guide hat mich tief beeindruckt. Seine Leidenschaft
für die Natur, sein Wissen und seine Verbindung zur Wildnis waren außergewöhnlich. Die
Begegnung mit einem Elefantenbullen zu Fuß werde ich nie vergessen.

Am Ende bleibt mir vor allem Dankbarkeit. Danke für dieses einmalige Erlebnis fernab
jeglicher Zivilisation inmitten und im Einklang mit der Natur. Ich habe nicht nur unglaublich
viel über Tiere, Pflanzen und die Wildnis gelernt, sondern auch über mich selbst. Botswana
hat mich verändert – und ich wusste schon bei der Abreise, dass das nicht mein letztes
Abenteuer im Busch gewesen sein wird.
Rebekka (5 ½ Wochen)
Für alle die jetzt auch Lust bekommen haben und das Gleiche erleben möchten: Field Guide Level 1-Kurs in Botswanas Okavango Delta