Volunteer-Reporter Heiner in Peru:Teil 4

| 26. November 2014 | 0 Kommentare
Volunteer in Peru: Heiner in Schulprojekten unterwegs

Heiners Kamera war für die peruanischen Schüler ein absolutes Highlight. Natürlich standen sie ihm auch gerne Portrait…

Unser Mitarbeiter Heiner als Volunteer-Reporter in Peru: Im viertel Teil seines Reisetagebuchs berichtet Heiner von seinem Besuch in verschiedenen Schulprojekten in Calca. Egal ob in der Grund-, weiterführenden oder Privatschule – Heiner darf überall mal hineinschnuppern. Dabei stellt er nicht nur fest, dass die peruanischen Schüler sich gerne fotografieren lassen und die Volunteers jeden morgen ausgiebig begrüßt werden, sondern entdeckt leider auch große Defizite im Unterrichtssystem…

Die Schulprojekte in Calca

„Noch ein Foto! Noch ein Foto!“ Ich bin umringt von kleinen peruanischen Kindern in Schuluniformen. Immer wieder stellen sie sich vor mich auf, posieren Arm in Arm vor meiner Kamera. Dann laufen sie zu mir zurück, um sich das Ergebnis auf dem kleinen Display anzuschauen. Großes Gelächter! Das Spiel geht wieder von vorne los. Ich merke schon, es wird bis zum Läuten der Schulglocke dauern, bis ich von meiner Aufgabe befreit bin. Aber bis dahin haben wir Spaß! Ich bin in San Roman, einer Grundschule in Calca, in der die Freiwilligen von Peru Volunteer als Lehrer aktiv werden können. Und schnell wird mir klar, warum man ausgerechnet hier unterrichten sollte. Sobald die Volontäre den Schulhof betreten, laufen ihnen mehrere Kinder entgegen, die den jeweiligen Namen rufen. Anschließend folgen lange Umarmungen. Andere Schüler schauen mit großen Augen herüber. Man merkt, dass die Freiwilligen unheimlich beliebt sind. Die Kinder freuen sich über die angenehme Abwechslung aus Übersee, die Volontäre werden direkt herzlich aufgenommen.

Englisch unterrichten

Englisch unterrichten in Peru.

Besonders aufmerksam sind die Kinder im Englischunterricht. Denn gute Englischkenntnisse bedeuten bessere Karrierechancen!

Und das liegt sicherlich nicht nur an dem außergewöhnlichen Aussehen der vergleichsweise großen und hellhäutigen Fremden. Sobald angekündigt wird, dass Englisch unterrichtet wird, geht ein lautes Jubelgeschrei los. Man bekommt den Eindruck, dass die Kinder tatsächlich etwas lernen möchten. Wenn einer der Volontäre einen englischen Satz vorspricht, wiederholt die gesamte Klasse diesen mit besonderem Eifer. Kein Wunder, denn Englisch verspricht verbesserte Karrierechancen, ein gar besseres Leben. Doch die einheimischen Lehrer, selbst wenn sie sich als Englischlehrer bezeichnen, können den Kindern oftmals kein brauchbares Englisch beibringen. Und wieder wächst eine Generation heran, die diese Weltsprache nicht beherrscht. Ein Teufelskreis, denn wer sollte etwas an den bestehenden Zuständen ändern?

> Projekt: Englisch unterrichten in Peru

Kinder fördern in einer Schule in Peru.

Es mangelt in Peru nicht unbedingt am Unterrichtsmaterial – dafür aber oft an gutem Unterricht!

Freiwillige entlasten die Lehrer

Überhaupt scheinen die Lehrer etwas mit ihren Schülern hier überfordert zu sein. Machen die Kinder Fehler, werden diese nur selten korrigiert oder überhaupt vom Lehrer erkannt. So z. B. in der Robotica-Klasse, einem überraschend außergewöhnlichen Fach, dass vom Spielzeughersteller Lego gesponsort zu sein scheint. Hier sollen die Kinder mit Legosteinen verschiedene Roboter nachbauen und diese anschließend mit Hilfe eines Laptops betreiben. Das Problem ist nur, dass die Lehrerin kaum erklärt, was die Schüler genau zu tun haben. Also wird ganz einfach wild mit Legos gespielt. Ohne pädagogischen Effekt. Das Ganze ist aber kaum verwunderlich, wenn man den Stellenwert von Lehrern in Peru kennt. Deutlich wird das vor allem an der Bezahlung, wie so oft: So werden Lehrer schlechter bezahlt als Müllmänner. Wer will da schon Lehrer sein? Oder sich besonders viel Mühe geben?

Schwimmen, Fußball- oder Volleyballspielen im Sportunterricht

Volunteering im Sportunterricht in Peru

Das „Schwimmbecken“ auf diesem Foto ist nicht besonders tief, denn viele peruanische Kinder können gar nicht schwimmen. Als Volunteer kannst du dich im Bereich Sport also stark dafür einsetzen.

Aber vielleicht freuen sich die Schüler auch gerade deshalb über die Freiwilligen, weil Ihnen nun ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu Teil wird. Das wird auch in den anderen Fächern deutlich. So unterrichten die Volontäre neben Englisch auch Mathe und Sport. Gerade in Sport können sie die einheimischen Lehrer dabei tatkräftig unterstützen, indem sie mit den Kindern zusammen Fußball oder Volleyball spielen, oder mit ihnen in den nahegelegenen Swimmingpool springen. Dabei ist das Becken aus gutem Grund an keiner Stelle wirklich tief: Denn ein großer Teil der Schüler kann entweder gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Hier können die Freiwilligen also gut Nachhilfearbeit leisten.

>> Projekt: Als Sportlehrer in Peru

Unterrichten an verschiedenen Schulen

Neben der Grundschule San Roman unterrichten die Volontäre zudem an einer weiterführenden Schule mit Schülern im Alter zwischen ca. 13 und 17 Jahren. Und auch eine Privatschule, die sowohl die Klassen der Grund- als auch weiterführenden Schule abdeckt, steht zur Verfügung. Dabei wird der Unterrichtsplan nach Ankunft in Calca genau mit dem jeweiligen Freiwilligen besprochen, damit er möglichst die Klassen und Fächer unterrichten kann, auf die er Lust hat. So ist der Freiwilligeneinsatz am Ende hoffentlich nicht nur eine Bereicherung für die Schüler, sondern vor allem auch für den Freiwilligen.

 Beim nächsten Mal

Im fünften Teil seines Reiseberichts erfahrt ihr mehr über ein Kunstprojekt in Peru. Heiner darf wieder in verschiedene Bereiche hineinschnuppern und berichtet von seinen Eindrücken.

Vorherige Artikel von Heiner lesen:

>> Teil 1 |Heiners Ankunft in Peru

>> Teil 2 | Volunteer-Haus & Spanischkurs in Cusco

>> Teil 3 | Projektstandort Calca, Volunteerhaus & Umgebung

Weiterlesen:

>> Teil 5 | Die Kunsprojekte in Calca

>> Teil 6 | Das Regenwald-Projekt in Puerto Maldonado

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