Volunteer-Reporter Heiner in Peru:Teil 3

| 13. November 2014 | 0 Kommentare
Von Cusco geht es nach Calca, wo Heiner die ersten Einblicke in die Freiwilligenarbeit erhält.

Von Cusco geht es nach Calca, wo Heiner die ersten Einblicke in die Freiwilligenarbeit erhält.

Unser Mitarbeiter Heiner als Volunteer-Reporter in Peru: Im dritten Teil seines Reisetagebuchs berichtet er uns über Calca. In dem eher überschaubaren peruanischen Ort wird er nun im Anschluss an seinen Spanisch-Intensivkurs, die ersten Freiwilligen-Erfahrungen sammeln. In seinem dritten Blog-Beitrag berichtet er von seiner Erkundungstour durch das Volunteer-Haus in Calca, der Umgebung und den Einkaufsmöglichkeiten. Lest selbst, was er dabei für Entdeckungen macht, was anders ist als in Deutschland und wie die Volunteers sich ihre Zeit vertreiben…

Ankunft in Calca

Urlaubsfeeling am Plaza von Calca.

Urlaubsfeeling am Plaza von Calca.

Calca. Das ist er nun also, der Ort an dem meine erste richtige Projekterfahrung stattfinden soll. Ein kleines Örtchen, nicht mehr als 10.000 Einwohner, malerisch gelegen im sogenannten Tal der Inkas. Und tatsächlich passiert man die eindrucksvollen Inka-Ruinen Pisaks während der einstündigen Fahrt von Cuzco, auf schmalen Straßen und entlang steiler Berghänge. In Calca angekommen erwartet einen dann zunächst Urlaubsatmosphäre. Der Plaza mit seinen Palmen, der alten Kirche und den Gebäuden im Kolonialstil erweckt Erinnerungen an heiße, spanische Sommertage. Fehlen nur der Strand und die Cocktails. Letzteres lässt sich aber bestimmt noch ändern, denke ich. Meine völlig fehlplatzierten Urlaubsträumereien („Alter, du musst arbeiten!“) könnten aber auch daran liegen, dass hier das Klima spürbar wärmer ist als in Cuzco. Kurze Hosen und T-Shirts sollten im Reisegepäck also nicht fehlen.

Erkundungstour des Volunteerhauses

Oberes Geschoss mit Balkon.

Oberes Geschoss mit Balkon.

Dann betrete ich zusammen mit Thomas, meinem neuen Lieblingsholländer, und drei Volontären zum ersten Mal das Volunteerhaus, das direkt am genannten Plaza liegt. Ich bin sofort beeindruckt: Die zwei weiträumigen Etagen werden durch einen langgestreckten Balkon getrennt, so dass alles sehr offen, luftig und gleichzeitig fast pompös wirkt. Ja, nicht gerade die kreativste oder aussagekräftigste Beschreibung. Aber da ein Bild eh mehr aussagt als 1000 gut ausgesprochene spanische Wörter, habe ich ein Foto dem Ganzen hier angehängt. Wir begeben uns zur oberen Etage, dem eigentlichen Wohnbereich der Volontäre, wo ich erst mal mein Gepäck in die Ecke schmeiße. Erleichtert beginne ich meine Erkundungstour. Zunächst die Schlafzimmer: Sie liegen zu einer Seitengasse hin und wirken trotz großzügiger Proportionen gemütlich und einladend. Dazu trägt sicherlich auch der wohlige Holzgeruch bei, der von den alten Holzdielen ausströmt. Weiter geht’s ins Wohnzimmer, das mit TV, Sofa und den

Freiwilligen-Schlafzimmer im Volunteer-Haus.

Gemütliches Schlafzimmer für die Freiwilligen.

obligatorischen Kartenspielen ausgestattet ist. Hier werden wir den Großteil unserer Abende verbringen, wobei sich schnell ein erfrischend neues Verhaltensmuster herauskristallisiert: Die Glotze ist bisher immer ausgeblieben, stattdessen verbringen die Volontäre ganz analog und altmodisch die Abende in geselliger Runde an den Holztischen. Gespräche und Spiele bestimmen hier das Geschehen. Wer hätte das von der Generation Smartphone erwartet? Darüber hinaus im ersten Stock vorhanden: Eine große Küche und zwei Badezimmer – jeweils für Jungs und Mädels, natürlich.

Viel Potential im Erdgeschoss

Also die Treppe hinunter und ab ins Erdgeschoss. Doch was ist das? Alte Zahnarztstühle inklusive passendem Folterwerkzeug?! Meine Urlaubsfantasien werden für einen Moment von Erinnerung an meinen letzten Besuch bei Dr. Albtraum verdrängt. Doch Thomas beruhigt mich schnell und erklärt, dass im oberen Stock früher eine Zahnarztpraxis gewesen sei. Im weiteren Verlauf unseres Gesprächs erfahre ich zudem, dass hier, also im Erdgeschoss, vor einigen Monaten noch ein Brathähnchen-Restaurant war. Und, achja, als ob das nicht schon genug wäre:

Ein Kunst-Projekt findet im Volunteer-Haus statt.

Kunstprojekt im Erdgeschoss des Volunteer-Hauses.

Einige Tage später werden wir von einem lauten Klopfen aus dem Schlaf gerissen. Ein Lasterfahrer steht vor unserer Haustür und fragt, ob wir noch ein Zimmer frei hätten. Offensichtlich hat das Volunteerhaus früher einmal ein Hostel beheimatet. Eins wird auf jeden Fall schnell klar: Gerade das Erdgeschoss besitzt noch viel Potential, für das Thomas bereits einige gute Ideen hat. So möchte er hier nächstes Jahr Englischkurse stattfinden lassen, an denen die peruanische Bevölkerung dann kostenlos teilnehmen kann. Zudem ist bereits Raum für das Kunst-Projekt vorhanden, der hier zurzeit von einem einheimischen Künstler zusammen mit einer Volontärin durchgeführt wird (dazu später mehr). Besonderes Vergnügen hat Thomas und mir aber die (nicht ganz ernst gemeinte) Vorstellung bereitet, hier einen Deep House Club zu eröffnen. Schade, dass die Chancen dafür beim Musikgeschmack des normalen Calca-Bewohners mehr als schlecht stehen.

Gute Versorgungsmöglichkeiten für die Freiwilligen

In den darauffolgenden Tagen habe ich dann die Möglichkeit, den Ort etwas zu erkunden. Und ich muss sagen: Nicht nur mir gefällt es hier, auch die Volontäre fühlen sich inzwischen pudelwohl. Die etwas ruhigere Atmosphäre ist eine angenehme Abwechslung zum wilden Getummel Cuzcos. Und da auch Hunger ein nicht zu unterschätzendes Gefühl ist, kann ich glücklicherweise berichten, dass man in Calca gut, günstig und ohne weite Wege satt wird. Für fünf Soles (umgerechnet nicht mehr als 1,50 Euro) erhält man in einigen Restaurants ein Menü inklusive Suppe, Hauptspeise, Getränk und Nachtisch. Allerdings sei allen Vegetariern und Veganern gesagt: Nach fleischlosen Gerichten sucht man leider meistens vergebens.

Freiwilligenarbeit in Peru - Calca

Spaziergang durch Calcas Zentrum.

Dafür gibt es genügend Einkaufsmöglichkeiten, die fußläufig vom Volunteerhaus zu erreichen sind und so das eigene Zubereiten von Speisen möglich machen. Neben den großen Märkten, die vor allem für den Gemüse- und Obsteinkauf ideal sind, finden sich kleine Tiendas, also Geschäfte, die verschiedenste Lebens- und Genussmittel bereithalten. Hier kaufe ich z. B. meine Sojamilch, die für mich als Laktoseintoleranz-Krüppel fast lebensnotwendig ist. Aber genug von Essen und Lebensmittelunverträglichkeiten:

Beim nächsten Mal…

… geht’s ans Eingemachte (ja, dieses Mal wirklich). Ich werde in die Projekte in Calca hineinschauen und meine Eindrücke hier preisgeben. Ich bin mal gespannt, was mich erwartet! Ich hoffe, ihr auch!

Weiterlesen:

>> Teil 4 | Heiner besucht Schulprojekte in Peru

>> Teil 5 | Heiner besucht die Kunstprojekte

>> Teil 6 | Heiner im Regenwald-Projekt

Vorherige Artikel von Heiner lesen:

>> Teil 1 | Heiners Ankunft in Cusco

>> Teil 2 | Das Volunteerhaus & der Spanischsprachkurs in Cusco

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Kategorie: Erfahrungsberichte, Volunteer-Tagebücher, Vor Ort, Wir vor Ort

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