Freiwilligenarbeit und Weihnachten Teil 2 So wird in Asien gefeiert

| 5. Dezember 2017 | 0 Kommentare

Im ersten Teil haben wir bereits von traditionellen Weihnachtsbräuchen in Ländern Lateinamerikas und Afrikas berichtet. Heute werfen wir ein Blick auf Asien. Wird in Asien Weihnachten gefeiert, wo die meisten Länder doch eher buddhistisch oder hinduistisch geprägt sind? Es ist wohl wahr, dass Weihnachten in Asien nicht den gleichen Stellenwert hat wie auf den anderen Kontinenten. Doch auch wer Freiwilligenarbeit in Asien leistet, kann sich in den meisten Ländern auf gewohnte Weihnachtstraditionen freuen. Neben kleineren christlichen Gemeinden, die Weihnachten sehr traditionell feiern, ist Weihnachten in anderen Teilen Asiens aus kommerzieller Sicht ein wichtiger Faktor. Weihnachten in Asien steckt voller Überraschungen!

Leuchtwürfel mit der Aufschrift Merry Xmas

So wird Weihnachten gefeiert in…

…Indien

Mit über 950 Millionen Menschen hat Indien die zweitgrößte Bevölkerungszahl der Erde. Die meisten Menschen dort sind Hindus, gefolgt von Muslimen. Auch sieben Prozent Christen gibt es dort. Daher ist Weihnachten bei den indischen Christen vielmehr ein Mix aus den eigenen Traditionen und denen aus anderen Ländern. Aufgrund dem Mangel an Nadelbäumen, muss ein Mangobaum oder eine Bananenstaude als Weihnachtsbaum herhalten. Dieser wird dann vor allem mit Kaschmir geschmückt. Auch die Häuser werden mit Mangoblättern und Lichterketten dekoriert. Möglichst bunt ist die Dekoration, denn in Indien geht es an Weihnachten farbenfroh und lustig zu. In vielen Dörfern werden sogar riesige Krippen gebaut, in manche kann man sogar hineingehen. Enthüllt werden diese Kunstwerke aber erst am 24. Dezember nach der Mitternachtsmesse. Zwei Wochen vor dem Fest gehen die Kinder mit Weihnachtsmützen durch die Straßen. Sie singen dabei Jingle Bells, wünschen „Merry Christmas“ und erbitten Süßigkeiten. Am Weihnachtsmorgen ist es in Indien Brauch, dem „Haushaltsoberhaupt“ eine Zitrone mit Glücks- und Erfolgswünschen zu überreichen. Das soll ein Symbol der Verehrung darstellen. Erst nachts geht es dann mit einer Mitternachtsmesse weiter, die bis zu drei Stunden dauern kann. Den Tag darauf ziehen die Menschen durchs Land, um die großen Krippen zu bestaunen. Die drei schönsten Bauwerke erhalten sogar einen Geldpreis.

…Sri Lanka

Auch auf der Insel Sri Lanka leben nur acht Prozent Christen. Diese lassen es sich aber nicht nehmen, auch hier im Paradies Weihnachten zu feiern. Eine Zypresse muss als Weihnachtsbaum herhalten, die im Hochgebirge der Insel wächst. Diese stehen dann festlich geschmückt in den Kirchen. Weihnachten im Haus zu verbringen, daran ist auf dieser tropischen Insel gar nicht zu denken. Natürlich findet auf Sri Lanka die Weihnachtsfeier mit Festmahl im Freien statt. Die Tische werden mit kunstvoll geflochtenen Palmblättern geschmückt, auf denen das Essen serviert wird. Der Tisch ist voll mit Tontöpfen und Schüsseln, gefüllt mit Curryreis, Gemüse und Fleischsorten. Nach dem Festmahl singen und tanzen die Menschen auf Sri Lanka gemeinsam. Am Abend wird ein großes Freudenfeuer, ähnlich unserem Osterfeuer, entzündet. Erst am nächsten Morgen, am 25. Dezember, gibt es die Bescherung für die Kinder. Nach dem Erwachen laufen die Kinder aus ihren Hütten und suchen ihre Geschenke. Diese werden draußen in den Bambusbäumen für sie aufgehängt. Am 25. Dezember endet Weihnachten auf Sri Lanka mit einem großen Feuerwerk, zu dem alle Bewohner der Gemeinde sich einfinden.

…China, Japan oder Singapur

Auch in vielen anderen Teilen Asiens will man nicht auf Weihnachten verzichten. So beispielsweise in China, Japan und Singapur. Jedoch ist Weihnachten in diesen Regionen Asiens fast vollständig amerikanisiert mit riesigen Tannenbäumen in Einkaufszentren und Santa Claus, umgeben von weißen Styroporlandschaften. Auch Weihnachtsengel, die von der Decke schweben und der amerikanische Weihnachtsgruß „Merry Christmas“ sind überall zu finden. Die vom Kommerz bestimmten asiatischen Länder wollen mit den Weihnachtstraditionen weltweit mithalten. Über die Hintergründe des Festes wissen die asiatischen Bürger jedoch kaum etwas. Weihnachten ist in China und Japan auch kein nationaler Feiertag. Offiziell gilt Weihnachten in diesen Ländern als „Kulturgut des Auslandes“. Doch gerade in Japan kommt das Weihnachtsfest bei jungen Menschen und Familien gut an. Gerade das Beschenken wird gerne zelebriert, denn in Japan legt man Wert auf höfliche Gesten. Ansonsten gleicht Weihnachten in Japan eher Silvester oder dem Valentinstag. Gerade Jugendliche feiern am Abend des 24. Dezembers mit Freunden und das Weihnachtsfest spielt sich in Restaurants und Diskotheken ab. Es wird sich zu Christmas-Parties getroffen, man zündet Knallfrösche an und wirft Luftschlangen. Schon Wochen vorher werden aufwändige Christmas-Cakes gebacken und es erklingen die Weihnachtslieder. Bis zu Weihnachten wird es immer lauter und bunter und der Santa-Claus-Kult ist absolut dominant. Weihnachten in Japan ist vielmehr auch das Fest für Pärchen und Verliebte, die sich dann gegenseitig beschenken. Wer für Weihnachten nach einem Date fragt, äußert damit ernste Absichten.

Die Länder Armenien, Bangladesch, Georgien und Indonesien sind wiederum sehr traditionell eingestellt. Hier wird Weihnachten von der kleinen christlichen Bevölkerung sehr einfach und ruhig gefeiert. Im Vergleich zu China und Japan ist Weihnachten in diesen Ländern ein gesetzlicher Feiertag. Überraschend wichtig ist Weihnachten auch für die Menschen in Südkorea. Es ist das einzige ostasiatische Land, in dem es für Weihnachten einen eigenen Feiertag gibt. Auch nichtchristliche Koreaner feiern gerne Weihnachten, stellen Krippen auf und verschicken Grußkarten.

Egal ob traditionell oder als amerikanische Kopie – Weihnachten wird also auch in Asien gefeiert. Aber es gibt auch Ausnahmen.

Wo Weihnachten nicht gefeiert wird

Nordkorea

So nah und doch so fern sind sich Süd- und Nordkorea. Wo Weihnachten in Südkorea sehr bedeutsam ist, ist es in Nordkorea streng verboten. Obwohl Weihnachten überall auf der Welt als das Fest der Liebe gilt, sieht Nordkorea in jeder christlichen Aktion zum Weihnachtsfest eine Provokation. Nordkorea ist nämlich ein Land, in dem Christen noch immer am stärksten verfolgt werden. Zwar herrscht dort offiziell Religionsfreiheit, jede öffentliche Religionsausübung ist aber verboten. Daher wird man in Nordkorea zur Weihnachtszeit eher keine leuchtenden Straßen und geschmückten Weihnachtsbäume vorfinden.

Weihnachtsinseln

Kaum zu glauben, aber wahr. Auf den Weihnachtsinseln wird kein Weihnachten gefeiert. Vielmehr verdanken die Weihnachtsinseln ihren Namen dem Tag ihrer Entdeckung. Die erste der beiden Inseln wurde am Weihnachtstag 1643 offiziell entdeckt. Sie liegt im Indischen Ozean zwischen Australien und Indonesien. Die zweite Weihnachtsinsel liegt im Pazifischen Ozean südlich von Hawaii und gehört zum Inselstaat Kiribati. Sie wurde am 24. Dezember 1777 entdeckt. Aber auch hier wird leider kein Weihnachten gefeiert.

 

Weihnachten in Afrika & Lateinamerika

> Weihnachten in Ghana, Südafrika, Mexiko & Argentinien

 

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Über den Autor ()

Fasziniert von fernen Ländern und fremden Kulturen war Larissa schon immer. Bereits mit 16 reiste sie 2007 für ein Jahr nach Columbus, Mississippi, lebte dort in einer Gastfamilie und besuchte eine amerikanische High School. Seitdem sind längere Auslandsaufenthalte nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken. Immer wieder gerne fliegt sie in die USA, um ihre „zweite Familie“ zu besuchen. Um ihr Hobby zum Beruf zu machen, studierte Larissa Catering, Tourismus und Hospitality Services und verbrachte ein Erasmus Auslandssemester bei einem Reiseveranstalter in London. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete Larissa in der Sommersaison 2014 als Kinderbetreuerin in Italien, Südfrankreich und auf Menorca. Auch ihre Freizeit gestaltet sie gerne bunt und möglichst aktiv: Larissa ist seit ihrer Kindheit begeisterte Reiterin, geht gerne mit Freunden Klettern oder Salsa tanzen und auch ihre Spiegelreflexkamera ist meistens ihr treuer Begleiter. Nebenher arbeitet sie gerade an ihrem Spanisch um fit für den nächsten Auslandsaufenthalt zu werden. Möglichst bald soll es nämlich nach Lateinamerika gehen, um dort Freiwilligenarbeit zu leisten.

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